Katerina
Tagsüber bin ich Wissenschaftlerin an der Berner Fachhochschule, am Institut für biobasierte Baustoffe. In jeder anderen wachen Minute bin ich jemand, der über Essen nachdenkt.
Das ist nicht neu. Ich habe Jahre als professionelle Köchin gearbeitet — am prägendsten als Inhaberin von The Whale Tale, einem Restaurant in den schottischen Highlands. Einen solchen Ort verlässt man nicht, ohne etwas davon mitzunehmen.
Vor vier Jahren wurde mein Verhältnis zum Essen kompliziert. Die Diagnose einer Glutenunverträglichkeit hat die Eigenschaft, alles neu zu rahmen, was man übers Essen zu wissen glaubte. Was als Störung begann, wurde zu etwas anderem: einer langsameren, bewussteren Art, darüber nachzudenken, was in einen Körper gelangt — weniger Zucker, sauberere Zutaten, mehr Absicht.
Das einzige Problem war Biel. Eine wundervolle Stadt, zutiefst unausgestattet, jemanden zu ernähren, der kein Gluten essen kann.
Also tat ich, was Menschen mit ADHS und einem Überschuss an Leidenschaft tun: Ich eröffnete einen Ort. KAFKAF ist das, was passiert, wenn eine Wissenschaftlerin-Köchin-Bäckerin entscheidet, dass glutenfrei nicht freudlos bedeuten soll — und dass eine Bar und eine Kuchentheke denselben Raum teilen dürfen, weil das Leben, ehrlich gesagt, beides verlangt. Ich betreibe weiterhin Wissenschaft. Ich backe weiterhin. Ich tanze weiterhin.
Balance ist schließlich mein Ding.
Et al.
In wissenschaftlichen Arbeiten bedeutet «et al.» «und andere» — die Menschen, deren Namen nicht immer im Titel stehen, ohne die aber nichts existieren würde. Ich wäre die Erste, die sagt, dass ich das nicht alleine geschafft habe. Es gibt Freund:innen, die mich an Nächten, an denen ich aufgeben wollte, überredeten weiterzumachen, die mit aufbauten, kosteten, berieten und manchmal einfach da waren. Sie wissen, wer sie sind. KAFKAF weiß es auch.




